Persistenz pathogener Bakterien in Zisternenwasser
Im Hinblick auf eine mögliche Infektionsgefahr bei Kontakt mit Zisternenwasser, das eventuell mit pathogenen Bakterien kontaminiert wird, wurde die Überlebensfähigkeit von so genannten Darmseuchenerregern wie Salmonellen, Yersinien und Campylobacter in Zisternenwasser experimentell ermittelt. Das in PE-Tanks (Inhalt 50 Liter) aufgefangene Regenwasser wurde mit den entsprechenden Bakterien versetzt und die Überlebensfähigkeit durch Bestimmen der Zu- bzw. Abnahme der jeweiligen Keimzahlen bestimmt. Zusätze von organischen Substanzen bei verschiedenen Temperaturen unter ansonsten konstanten Bedingungen sollten ferner für die Bakterien optimale Nährstoff- und Temperatur- Bedingungen simulieren. Des weiteren wurde der Einfluss des Aufwuchses (Biofilm) von Mikroorganismen auf Tankwänden auf die Elimination der Salmonellen geprüft.
Zisternenwasser bietet den Bakterien weder bei 5°C, 15°C, 20°C oder 37°C eine Möglichkeit, sich zu vermehren (Abb. 1) (Abb. 3) . Die Absterberate ist bei 15°C, etwa der mittleren Wassertemperatur in unterirdischen Regenwasserspeichern, für Campylobacter jejuni am größten, für Salmonellen am niedrigsten. Für Salmonellen verzögert sich das Absterben bei niederen Temperaturen (5°C) im Vergleich zu 37°C.
Eine Erhöhung des Anteils organischer Substanzen durch Zusatz bakteriologischen Peptons verzögert zwar das Absterben, eine Vermehrung aber selbst bei einer Optimaltemperatur von 37°C war nicht zu beobachten. (Abb. 2)
Die in der Natur wahrscheinlichste Kontamination von Zisternenwasser durch Vogelkot wurde experimentell durch Zusatz extremer Mengen an Taubenkot zum Versuchswasser simuliert. Auch bei einem Zusatz von 1 Gramm Taubenkot pro Liter Zisternenwasser konnte keine Vermehrung von Salmonellen festgestellt werden. Eine Eliminierung von Salmonellen wurde zudem gefördert, wenn in der Zisterne ein deutlicher Biofilm und Sediment ausgebildet war (Abb. 4) .
Fazit
Zusammenfassend stellen die Ergebnisse sicher, dass eine zufällige Kontamination des Zisternenwassers mit Darmseuchenerregern selbst bei hohem Eintrag organischer Materialien und erhöhten Temperaturen nicht zu einer Erhöhung der Keimkonzentrationen bis zu einer minimalen Infektionsdosis führt. Der positive Effekt eines Biofilms auf die Selbstreinigung der Zisterne sollte genutzt werden, d.h. eine Reinigung der Zisterne ist nur dann erforderlich, wenn Sediment oder Biofilm zu technischen Störungen führen (Ergebnisse publiziert in ZBL. Hyg. Umweltmed. 202, 1999 S. 389ff.)
Priv. Doz. Dr. Reinhard Holländer, Bremen

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